Wrack U-168 Deutsches U-Boot

In den Fluten der Javasee vor Indonesien hinterließ der zweite Weltkrieg Spuren, von denen nun welche gefunden wurden. Fischer entdeckten die Überreste von einem Deutschen U-Boot, Nazi-Insignien und die Gebeine von 17 Soldaten. Vielleicht das Grab der U-168.

Geschichte des Wracks

Am 15.August 194o wurde die U-168 von der deutschen Kriegsmarine bei der Seebeckwerft in Geestemünde bestellt. Die Kiellegung erfolgte in der  Deutsche Schiff- und Maschinenbau AG in Bremen am 15.03.1941 für das 76,76 Meter lange und 6,86 Meter breite U-Boot mit einem Tiefgang von 4,67 m. Nach dem Stapellauf am 05.März 1942 war das U-Boot mit zwei 2200PS-MAN-Dieselmotoren, 2 550PS-SSM-Elektromotoren und 6 Torpedorohren ausgestattet. Bei seiner Indienststellung am 10.09.1942 übernahm KptLt. Helmuth Pich das Kommando für das neue U-Boot und seine Besatzung.

Vom 10.September 1942 bis 28.Februar 1943 gehörte das Uboot und seine Besatzung der 4. U-Flottille in Stettin als Ausbildungsboot an.

Vom 01.März 1943 bis 30.September 1944 gehörte das U-Boot als Frontboot der zweiten U-Flottille in Lorient an.
Seine erste Feindfahrt begann die U-168 am 09.03.1943 um 08:30h in Kiel. Einsatzgebiet waren Ostsee, Nordsee, Nordatlantik, Gönland und Island. Dabei nahm die U-168 nacheinander an den U-Bootgruppen Löwenherz, Lerche, Specht und Fink teil. In dieser Zeit wurde die U-168 am 18.04.1943 vom U-Boot-Versorger U-487 betankt und wurde nochmals am 06.05.1943 vor dem Rückmarsch vom Versorgungsboot U-459 im Nordatlantik versorgt, bevor das Boot am 18.05.1943 um 15:00h  in Lorient einlief. Bei der ersten Feindfahrt konnte die U-168 keine Schiffe versenken oder beschädigen, wurde aber am 08.April 1943 und am 15.Mai 1943 von Flugzeugen angegriffen, ohne aber getroffen oder beschädigt zu werden.

Vom 01.März 1943 bis 30.September 1943 gehörte das Boot der 2. U-Flottille in Lorient als Frontboot an.

Danach 01.10.1943 bis zu seiner Versenkung gehörte das Boot zur 33. U-Flottille in Flensburg und war ein Teil der U-Bootgruppe Monsun.

Die zweite Feindfahrt begann das Boot am 03.07.1943 um 21:00h  durch Auslaufen aus Lorient in Frankreich. Die Route des Bootes führte über die Biscaya, den Nordatlantik in den Mittelatlantik, wo es am 22.07.1943 vom Versorgungsboot U-155 mit 35m³ Brennstoff versorgt wurde. Sein Marsch führte ihn an Südafrika mit dem Kap der guten Hoffnung vorbei und wurde im Indischen Ozean am 12.09.1943 vom Versorgungsschiff „Brake“ mit Brennstoff und Proviant versorgt. Am 01.10.1943 versenkte die U-168 auf dem Weg nach Bombay drei einfache regionale Lastsegelschiffe, genannt Dhau, durch Artilleriebeschuß und Rammen. Der britische Dampfer „Haiching“ war mit 2.183 Bruttoregistertonnen von Kalkutta nach Karachi und wurde von dem U-168 180 Seemeilen westsüdwestlich  von Bombay dem heutigen Mumbay am 02.10.1943 durch einen Torpedo versenkt. Die „Haiching“ versank in den Fluten mit 12 Toten und 58 Überlebenden. Weitere drei Dhaus wurden vom Boot am gleichen Tag durch Artillerie und Rammen als versenkt gemeldet. Am 11.November 1943 lief die U-168 mit seiner Besatzung in Penang ein und beendete damit die zweite Feindfahrt.
Die dritte Feindfahrt war nur sehr kurz. Am 28.Januar 1944 lief das Boot aus dem Hafen von Penang aus, musste aber am 01.02.1944 seine Feindfahrt abbrechen, da der 1. Wachoffizier erkrankt war. Somit endete die dritte Feindfahrt am 03.02.1944 wieder in Penang ohne jeglichen Feinkontakt.
Die vierte Feindfahrt führte das U-168 am 07.Februar 1944 von Penang aus in den Indischen Ozean. Erster Kontakt mit anderen Schiffen fand am 14.02.1944 mit dem britischen Werkstattschiff „Salviking“ (1.440 BRT) statt. Die „Salviking“ wurde mit zwei Torpedotreffern suf dem Weg zwischen Colombo und dem Addu-Atoll / Malediven versenkt. Dabei gab es 28 Überlebende und 27 Tote. Am 15.Februar 1944 traf die U-168 auf den griechischen Dampfer „Epaminondas C. Embiricos“ mit 4.385 Bruttoregistertonnen am südlichen Ende der Malediven. Auch diesen Dampfer versenkte das Boot mit zwei Torpedos. Dabei kamen 4 Seeleute ums Leben, 42 Seeleute konnten sich retten. Am 21.Februar 1943 beschädigte die U-168 den norwegischen Tanker „Fenris“  (9.804 BRT) auf seiner Fahrt von Port Pirie nach Abadan mit einem Torpedo. Das Schiff konnte aber seine Fahrt fortsetzen. Ob es dabei Verletzte oder Tote gab ist unbekannt. Weiter auf Patrouille im Indischen Ozean übernahm das U-Boot am 12.03.1944 Treibstoff vom Versorger „Brake“. Das geplante zweite Treffen mit der „Brake“ fand wenige Stunden später in einer unerwarteten Form statt: die „Brake“ war zwischenzeitlich vom britischen Zerstörer „HMS Roebuck“ versenkt worden. Statt Proviant zu übernehmen, nahm die U-168 nun die Besatzung der „Brake“ auf und beendete ihre 4. Feindfahrt mit dem Einlaufen in Djarkarta am 24.03.1944.
Die Verlegungsfahrt begann am 05.10.1944 von Djarkarta nach Surabaja, wo das Boot für die nächste Feindfahrt vor der australischen Küste gerüstet werden sollte. Zum Unglück von KptLt. Pich und seiner Besatzung wurde das Boot von dem niederländischen U-Boot  Zwaardvisch in 850m Entfernung gesichtet. Korvettenkapitän H.A.W. Goosens auf dem niederländischen U-Boote befand sich querab in perfekter Schussposition und feuerte in 95° zur Kurslinie des Ziels sechs Torpedos ab, von denen 3 trafen, aber nur ein Torpedo explodierte. Die U-168 sank über den Bug auf in nasses Grab in 35m Tiefe. Auf der U-168 starben 23 Soldaten, 27 konnten sich mit und ohne Tauchretter zur Oberfläche retten. Hierzu gehörten auch der Kommandant Pich, der Stabsarzt und der 1. Wachoffizier und der LI. Diese vier Deutschen Soldaten wurden zusammen mit einem verletzen Matrosen aufgenommen. Die übrigen Überlebenden der U-168 wurden von einem kreuzenden Fischkutter zwar gesichtet, aber Ihrem Schicksal überlassen. Sie schwammen an Land auf der Insel Java.

Nach Hinweisen von Fischern wurde  vom 04.11. – 17.11.2013 eine Expedition im Auftrag des National Archeology Center, the Yogyakarta Archeology Center mit örtlichen Tauchcentern ca. 100km entfernt von Karimunjawa Island durchgeführt. Dabei wurde ein U-Boot, das vermindlich die U-168 sein kann, gefunden. Das Archeologenteam fand Hinweise in Form von Nazi-Insignien, Geschirr und weiteren Gegenständen, die sich an Board des Wracks befanden. Es wurden auch 17 sterbliche Überreste entdeckt. Dabei wird nicht ausgeschlossen, dass sich weitere im Innern des Wracks befinden. Der Zustand des Wracks ist ca. 40% erhalten.

Tauchen am Wrack

U-168, wenn sie es denn ist, ist ein Kriegsgrab und genau genommen Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Wie für alle anderen Kriegsgräber gilt auch hier ein absolutes Tauchverbot.

Empfehlung: offen

http://news.detik.com/

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Quellen und Links über das Wrack

Wracktyp: U-Boot IX C 40 Baujahr: 1942
min. Tauchtiefe: 30 m Verlust-Datum: 06.10.1944 um 01:30h
max. Tauchtiefe: 35 m Verlust-Grund: Torpedo von HrMs Zwaardvisch
(niederl. U-Boot)
GPS-Daten: 06.20′ S
111.28′ E
Standort-Land: Indonesien
Zustand des Wracks: 40% erhalten Standort-Region: nördlich Insel Java vor Samarang
Tauchplatz: Persönlich betaucht? Nein