Von Booten und Tauchern

… oder warum man auf einem Massentransport auch viel Spaß haben kann.

Nachdem ich im Aldiana Makadi Bay schon zwei mal alleine Tauchurlaub gemacht hatte, habe ich in diesem Jahr meine kleine Familie mitgenommen. Die Anlage ist super geführt, der Slogan „Urlaub unter Freunden“ wir hier perfekt umgesetzt, denn man hat vom ersten Moment das Gefühl, alle schon ewig zu kennen. Und für uns drei war für jeden etwas dabei.

Ich als Taucher der Familie wollte natürlich den einen oder anderen Tauchgang machen. Was mir beim Divingcenter des Aldiana Makadi Bay nicht schwer fällt. Hier werden jeweils morgens eine 2-Tank-Tour angeboten, bei der man mittags wieder zurück ist, oder nachtmittgs eine 1-Tank-Tour. Interessant daran ist nicht nur das Tauchen im Roten Meer, sondern auch der besondere Flair, der sich auf Tauchbooten so breit macht. Ich mag das.

Worauf man eigentlich nur achten muss, dass man sein gesamtes Tauchequipment und genug zu trinken schon an der Tauchbasis zusammen hat. Im Divingcenter des Aldiana Makadi Bay wird alles in jeweils eine Eurobox pro Taucher gepackt. Eine Elektrofahrzeug fährt dann dieses Equipment zum Boot während die Taucher in Form einer Karawane die Steg entlang laufen. Wenn diese dann ankommen, sind die Boxen und Flaschen meist schon auf dem Boot.

Wer zum ersten Mal auf dem Tauchboot der Basis mitfährt, bekommt noch auf dem Steg ein kurzes Briefing, bei dem man erfährt, welches die Nass- und Trockenbereiche des Tauchbootes sind, wo der Sauerstoff und der ErsteHilfe-Koffer ist und wie der grundsätzliche Ablauf auf dem Boot ist. Hierbei gibt es keine Unterschiede zwischen Tauchern und Schnorchlern. Alle erfahren alles. Für die Taucher und Schnorchler gibt es in der Regel zwei Ebenen auf dem Boot. Die untere Ebene ist im hinteren Bereich der Nassbereich für die Ausrüstungen und mit einer noch tieferen Plattform der Einstieg in das Meer. Der vordere Bereich der unteren Ebene wird gerne auch Salon genannt und ist eine Art Wohnzimmer und muss trocken bleiben. Die obere Ebene ist das Sonnendeck und muss auch trocken bleiben.

Noch am Steg liegend bauen die Taucher ihr Equipment bereits zusammen. Danach kann man die Fahrt auf dem Sonnendeck genießen. Blei und Flaschen waren ja bereits an Bord. Und wenn man nun seine eigene Kiste wieder findet, geht der Zusammenbau recht zügig. Hier kommt es auch gerne schon zu ersten Fachsimpleien. Erfahrenere Taucher unterstützen vorsichtig auch schon mal die Taucher mit weniger Erfahrung. Schon beim Zusammenbauen kann man gut beobachten, wer schon Erfahrung hat. Die Brevets sagen ja nicht alles aus.

Während das Tauchboot sich auf die Fahrt zum ersten Tauchplatz macht, treffen sich alle Mitfahrer in der Regel auf dem Sonnendeck. Hier findet der begeisterte Beobachter alle Formen von humanoiden Wasserfreunden: Tauchschüler, die ihren OWD oder einen weiterbildenden Kurs machen, Taucher, die mit ihrem Tauch-Seemannsgarn versuchen, andere Taucher zu beindrucken, daneben natürlich Päarchen oder Familien und die Tauchguides. Wer diese beobachtet findet zum Beispiel raus, dass der Typ mit den heldenhaften Tauchgängen gerade seinen 13 Tauchgang machen will und seit 2 Jahren nicht mehr im Wasser war. So hatte er eben noch nicht geklungen.

Während das Boot sich dem Tauchplatz nähert findet auf dem Sonnendeck das Briefing und die Gruppeneinteilung statt. Der Tauchplatz wird anhand einer Tauchplatzskizze erklärt und der Tauchgang durchgesprochen. Die Wiederholung der wichtigsten Taucherzeichen und der wichtigsten Eckpunkte, wie Tiefe, Dauer etc werden besprochen. Danach wird sich im Nassbereich angezogen und es geht zum Tauchen. In der Regel wird von der Einstiegsplattform aus ein großer Schritt gemacht. Der kontrollierte Abstieg ist ein weiteres Indiz für die Erfahrung und Fähigkeiten der beobachteten Taucher. Bei dem ein oder anderen Tauchgang hatte man eher das Gefühl, Teil einer Tauchersuppe zu sein. Tauchen die Taucher nach einer gewissen Zeit wieder auf, was sie in der Rgel auf jeden Fall tun, geht es einzeln über Leitern am Heck des Tauchbootes wieder an Bord. Ein besonderer Luxus ist es, wenn die Bootscrew einem noch auf der Einstiegsplattform die Flasche wieder abnimmt. Dann sucht man sich eine neue Flasche und bereitet sich für den zweiten Tauchgang vor, bevor man sich trocken auf dem Sonnendeck zur Oberflächenpause einfindet. Nach der Oberflächenpause von 45 – 60 Minuten geht es dann zum zweiten Tauchgang.

Das tollen diesen Ausfahrten mit dem Tauchboot ist der Spaß und die Freude. Für einen Taucher ist es fast paradiesisch auf einen Tauchboot bei Sonnenschein auf dem Meer zu sein, umgeben von Gleichgesinnten.