Taucher und Tauchclubs

Warum es in vielen Tauchclubs nicht nur ums Tauchen geht …

Taucher sind eigentlich ein geselliges Volk. Egal ob Vorstand einer Aktiengesellschaft oder Bedienster der Müllabfuhr: bei den Tauchern du-zt jeder jeden. Außerdem geht kein guter Taucher alleine tauchen, weil schon der Buddycheck alleine schwer fällt, und auch die Sicherheit unter Wasser leidet.

Wie bei vielen anderen Sportarten geht es auch den meisten Tauchern neben der Liebe zum Sport auch um die Geselligkeit und das Gemeinschaftsgefühl. Ich persönlich war nie ein großer Freund von Vereinen oder Clubs, denn die Vereinsmeierei und die zwanghaften Veranstaltungen waren mir stets ein Greul. Viele Vereine haben die Demokratie schon lange zu den Akten gelegt und es regiert eine alt eingesessene Gruppe Monarchen, die Ihren Mitgliedern Zwangsarbeitsstunden auferlegen. Und wehe dem, der sich wiedersetzt …

Das es auch anders geht, beweist ein kleiner, feiner Club in Untergruppenbach bei Heilbronn. Da es mich kürzlich aus beruflichen Gründen in diese Region verschlug (deshalb war es auch so ruhig auf dieser Plattform), brauchte ich dringend taucherischen Anschluss. Heilbronn, 60 km nördlich von Stuttgart, ist zwar für das Käthchen bekannt (Heinrich von Kleist) nicht aber zwingend als taucherisches Mekka.

Die erste Berührung mit den Clubmitgliedern machte ich über das Internet, in dem ich nur mal so fragte, wo man denn so taucht. Die Antwort war schnell und verbunden mit der Einladung, zu einem monatlichen Stammtisch in einer Pizzaria einfach mal dazu zu kommen. Erschreckend war, daß das alle ganz normale Menschen waren. Leute, die viel arbeiten, keine Kampfschwimmer und alle samt nett. Sie gehen 14-tägig Sonntags tauchen, hassen alle Vereinmeierei, machen Gemeinnütziges wie Seen reinigen oder mit Kindern im Freibad tauchen und legen einem keine Zwangarbeiten auf. Wer hier Vereinsvorstand ist und wer nicht, bekommst Du nur im Internet raus.

Es gibt aktive und passive Mitglieder. Die aktiven tauchen, die passiven tragen das Equipment (Anmerkung der Redaktion: nur ein Vorschlag *grins*). Und wer noch eine Tauchausbildung braucht und seine erweitern will, kann das auch hier tun zu guten Konditionen. Dabei ist es egal, ob SSI, PADI oder CMAS. Neben den Sonntagsdives gibt es noch Clubausfahrten. Alles ohne Zwang.

Mittlerweile war ich mit meinen Clubtauchern in unterschiedlichen Seen der Region, wie z.B. dem Brechtsee oder dem Streitköpfle. Es findet sich immer jemand, der mitgeht und es ist immer ein riesen Spaß.

Nachtrag:

Zwischenzeitlich war ich für kurze Zeit der 2. Vorsitzende des Tauchclubs TC-Stingray, Heilbronn und habe Ihn nun auf eigenen Wunsch wieder verlassen. Innerhalb solcher Clubs kommt es häufig zu Machkämpfen und Gruppenbildung die wie auch in unserem Fall zu einer Spaltung führen können. Ich persönlich bedauere trotzdem nichts. Ich habe durch den Club tolle Leute kennen gelernt, Taucher und Freunde. Das es auch immer Menschen gibt, die man besser nicht kennengelernt hätte, ist dabei genauso selbstverständlich. Ich werde weiter mit denen, die ich mag, tauchen gehen. Organisieren werden wir uns als freie Taucherfreunde über unsere neue Domain-Adresse: http://www.no-dive-club.com (folgt in Kürze)