Tauchen mit Kindern

Es sind die kontroversesten Diskussionen unter Tauchern: ab wann sollten Kinder tauchen ?

Tauchen hat viel mit Verantwortung zu tun: für sich und für andere. Kann ein Kind diese Verantwortung bereits tragen ? Wie tief sollten Kinder tauchen ? Welches Alter ist das beste ?

Bei PADI machen Kinder ab 10 Jahren den OWD (natürlich mit Einschränkungen), Bei SSI können ScubaRanger zwar 8-12 Jahre alt sein, aber den Tauchschein für das Freiwasser gibt es wie bei Padi erst ab 10. Die Ausbildung ist zwar kindgerecht, aber Aufgaben und Wissen sind wie bei den Großen. Letztendlich hängt viel vom Tauchleherer und seiner Fähigkeit ab, mit Kindern umzugehen. Ob Ihr Kind mit 10 Jahren alt genug ist oder überhaupt Lust auf das Tauchen hat, sollten Sie vorher intensiv hinterfragen. Wenn aber „Ja“, dann ist es der richtige Zeitpunkt.

Alexander ist 10 Jahre alt und wie sein Vater infiziert von der Taucherei … und eigentlich bin ich schuld. Den Vater Michael führte ich nach 15 Jahren Enthaltsamkeit zurück zum Tauchsport. Das bekam sein Sohn Alexander natürlich voll und ganz mit. Als er zehn Jahre alt wurde, durfte er sich entscheiden: Playstation oder Tauchschein … der Preis ist der Gleiche. Wissbegierig hatte der junge Taucher in Spee bereits unsere Erzählungen aufgesogen und hinterfragt. Nun machte er den Tauchschein. Der Lehrer war gut. Alexander bestand Theorie und Praxis und war nun ein echter OWD (OpenWaterDiver) mit der Einschränkung der Tauchtiefe von 12 Metern.

Mit Alexander zu tauchen ist kein Stress. Unseren ersten gemeinsamen Tauchgang machten wir zu Dritt im Tauchrevier-Gasometer in Duisburg. Natürlich war er aufgeregt, aber nicht mehr als so mancher Erwachsener, der an den dunklen Stahltopf denkt. Das Gasometer ist genial für dieses Vorhaben: 12 Meter tief, keine Strömung und viel zu sehen. Nur, daß es halt dunkel ist. Sein Equipment baute Alexander selbst zusammen. Natürlich checkte ich (SSI MasterDiver) es hinterher, aber ohne Beanstandungen. Sorgsam, konzentriert und sehr bewußt hatte er seine Arbeit erledigt.

Zwar stieg die Spannung bei ihm auf dem Weg zum Gasometer noch einmal, aber oben angekommen war die Konzentration wieder da. Kurzes Briefing, Einteilung der Buddys: Vater und Sohn (beide OWD) nebeneinander, ich folge, dann geht es los. Mit einer Lampe ausgestattet, damit er bei seinem ersten Nachttauchgasng am Tag auch etwas sieht, steigen wir ins Wasser und ab auf die 5-Meter-Plattform. Alles läuft perfekt. Der 10-Jährige atmet für jemanden, die zum ersten Mal nach dem Tauchkurs und zum ersten Mal in Dunkelheit taucht, vollkommen ruhig. Also tauchen wir ab, direkt zum Wrack. Er bleibt neben seinem Buddy, tariert für jemanden mit 5 Tauchgängen sehr ordentlich und ist interessiert aber nicht aufgeregt. Alles wird angesehen: Autos, Flugzeug, Briefkasten, Schilderbaum und Riff mit Taucherglocke. Zu Schluss wagen wir uns sogar ein Stück durch die Röhre. Das Auftauchen läuft wie am Schnürchen, ehhh an der Kette mit einem Sicherheitsstopp für 3 Minuten auf 5 Metern Tiefe.

Als er aus dem Wasser stieg hatte er das Glänzen in den Augen und viel erlebt. Eine Stunde später machete er den zweiten Tauchgang mit uns.

Das Fazit ist: Alexander weiß mit seinen 10 Jahren genau was er tut. Natürlich hat man auf ein Kind immer ein wachsameres Auge. Und natürlich muss man immer darauf achten, daß ein nicht zu Übermut-Handlungen kommt. Aber Alexander hat alles super gemacht. So früh, wie er mit dem Tauchen beginnt, wird er keine Probleme später kennen, wenn er dabei bleibt. Und ich habe, besonders im Gasometer schon Taucher mit mehr Erfahrung erlebt, die sich nicht so professionell angestellt haben.

Nächsten Sonntag gehen wir wieder tauchen.