Buddy Check 2

… oder ein Blick sagt mehr als 1000 Worte.

Wie schon in meinen Beiträgen „Mit dem Buddy tauchen“ und „Buddy Check“ beschrieben habe, bin ich ein großer Fan des Buddy Checks.

Die beiden genannten Beiträge beschäftigen sich aber doch eher mit dem eher verbreiteten Check vor dem Tauchgang. Nun würde ich mich gerne mit dem Buddy Check während des Tauchgangs beschäftigen.

Es ist soweit, beim Anziehen, eventuell auf dem Boot und an der Wasseroberfläche, kurz bevor es ins tiefe Nass ging, haben wir uns vergewissert, dass es uns gegenseitig gut geht. Dann kann es ja los gehen. Während uns die Flüssigkeit langsam komplett umschließt, wird die Abhängigkeit voneinander noch intensiver. Denn nun gilt es. Beide wollen entspannt tauchen. Doch sind es auch beide ?

Gerne wird, wenn man es richtig geplant hat, die erste gemeinsame Tiefe erreicht, gestoppt und noch einmal ein OK-Zeichen eingefordert. Und obwohl jeder in der Gruppe, ja auch der eigene Buddy das OK-Zeichen gibt, kann etwas nicht stimmen. Wie oft habe ich schon gesehen, dass mit zusammengepressten Zähnen die nach hinten-unten entgleitende Flasche versucht wurde zu halten, während das OK-Zeichen gegeben wurde, oder der Buddy es gab, während er durch eine vollständig gefüllte Maske blickte. Für viele Taucher ist es der Gruppenzwang, das OK-Zeichen zu geben, obwohl es nicht den wahren Zustand beschreibt. Es wird gerne als Schwäche empfunden, ein Nicht-OK zu zeigen. Denn schließlich will man genau so gut sein, wie die anderen Taucher. Und dann wäre ein Nicht-OK das falsche Signal.

Fragt man jene, warum sie OK zeigten, obwohl es nicht OK war, bekommt man gerne zur Antwort, dass sie vor hatten das Problem selbst zu lösen. Aber hat man dafür nicht den Buddy ?

Ich persönlich schaue während des Tauchgangs gerne nach meinem Buddy. Dabei sagt ein Blick in seine Augen viel mehr über seinen Zustand aus, als die permanente Einforderung des OK-Zeichens. Auch ein Blick nach seiner Ausrüstung, ohne ihn/sie zu befummeln, sollte immer drin sein. Meist weiß ich seinen Flaschen-Füllgrad schon, ohne ihn/sie gefragt zu haben.
Diese kleinen, ungemerkten Aufmerksamkeiten sorgen für das nötige Vertrauen, ohne aufdringlich zu sein. Natürlich ist das kein Appell, das OK-Zeichen nicht von Zeit zu Zeit abzufragen, denn es gibt auch Dinge, die man nicht von aussen sieht. Aber es muss nicht alle 3 Minuten sein, wenn man nach seinem Buddy schaut.

Der Blick in die Augen ist mir besonders wichtig. Ängste, Stress, Aufregung, Probleme und Unwohlsein spiegeln sich hier genauso wieder, wie Entspannung und ein gutes Gefühl. Und gerade, wenn es kein normaler Tauchgang wird, sondern Tiefe, Wrack, Nacht oder Höhle bedeutet, sollte es dem Buddy gut gehen.

Ich persönlich denke, dass es eine Stärke ist, ein Problem anzuzeigen, und keine Schwäche.
Aber ich verlasse mich auch auf meine Buddys, wie sie auf mich.
Und wenn ich ein Problem habe,  das ich nicht anzeige, kann ich kein guter Buddy für meinen Buddy sein.

Daher achtet auf Euch auch unter Wasser. Denn ein Blick sagt mehr als 1000 Worte.