Tauchcomputer: Suunto Viper vs. Aeris 500 AI

Die Beschäftigung mit der Frage, warum man zwei Tauchcomputer hat und ob luftintegrierte Tauchcomputer wirklich besser sind.

Ich bekenne mich schuldig: Ich tauche mit zwei Tauchcomputern. Das hat aber weniger mit Snobismus zu tun, sondern eher mit Pragmatismus. Viele Besitzer und Benutzer von 2 Tauchcomputern antworten auf die Frage nach dem „Warum“ mit Sicherheitsaspekten, unterschiedlichen Rechenmodellen, wenn man an das Limit geht, Redundanzen oder sie antworten gar nicht. Zum einen sollte jeder Taucher, der an das besagte Limit geht, wenn es denn es überhaupt tun sollte, eher ein manuelles Equipment zusätzliches mitführen (also einen manuellen Tiefenmesser und einen Finimeter), zum anderen über so viel Erfahrung verfügen, dass er auch ohne einen Tauchcomputer seine Aufstiegsgeschwindigkeit einschätzen kann und die Grundsätze der Grundzeitberechnung kennt. Und zum Zeitmessen gibt es nichts besseres als eine Uhr. Und zu den anderen Ausreden ist zu sagen, dass der „normale“ Taucher kaum die unterschiedlichen Rechenmodelle bemerken wird, wenn er Nullzeit-TGs macht.

Mein erster Tauchcomputer war die Suunto Viper (alte Version). Fast alle meine fast 200 Tauchgänge habe ich mit diesem Modell getaucht. Die Vorzüge dieses Computers waren für mich: Tragbar am Handgelenk, Nitroxfähigkeit, gute Ablesbarkeit mit allen wichtigen Daten auf einem Blick, und die Möglichkeit die Batterie selber wechseln zu können. Denn zum einen geht das ins Geld, zum anderen sind die Batterien immer dann leer, wenn man nicht damit rechnet.
Ich bin und war mit diesem Tauchcomputer sehr zufrieden. Allerdings ist er nicht luftintegriert.

Wozu braucht man die Luftintegrierung eigentlich ? Nun, zum einen ist es sehr komfortabel, denn man braucht nur noch den Computer und keine weiteren Instrumente. Zum anderen hilft es den Tauchern mit viel Luftverbrauch und wenig Erfahrung, sich durch die permanente Anzeige der Resttauchzeit schonend zu trainieren, weniger Luft zu brauchen. Das war auch bei mir der Grund, recht frühzeitig auch einen luftintegrierten Tauchcomputer anzuschaffen und zu benutzen.

Bei der Luftintegrierung unterscheidet man 2 Systeme:

  • bei einem System hängt der Tauchcomputer an dem Mitteldruckschlauch wie vorher das Finimeter
  • bei dem anderen System wird an der ersten Stufe ein Sensor verschraubt, der den Schlauch ersetzt

Beide Systeme haben Vor und Nachteile: das Schlauchsystem „fixiert“ den Computer in der Regel an einer Stelle, die man nicht so komfortabel einsehen kann, ist dafür weniger anfällig und wartungsaufwändig. Das Sensorsystem hat zwar mehr Bewegungsfreiheit, aber Sensor und Computer müssen sich vor jedem TG miteinander verbinden und der Sensor braucht zusätzliche Batterien.

Mein luftintegrierter Tauchcomputer ist einer der ersten Variante, hängt also am Mitteldruckschlauch. Ich habe mich damals für den Aeris 500AI entschieden, da er preiswert war und eine Nitroxfähigkeit besitzt. Mittlerweile habe ich allerdings das Gefühl, daß die Druckanzeige des Flaschfülldrucks immer zu wenig anzeigt. Eine entsprechende Anfrage bei Seemann (die haben den Vertrieb übernommen) läuft bereits.

Wenn man nun also trocken taucht ist man durch den Trockentauchanzug eh schon in der Bewegung eingeschränkter. Und da fällt der Blick auf den Armcomputer gerade auch beim Aufstieg wesendlich leichter, als auf den schlauchintegrierten Computer. Irgendwie ist dort immer der Schlauch zu kurz.

Ich habe beide Computer schätzen und lieben gelernt. Wenn ich aber auf einen verzichten müsste, wäre es eher der luftintegrierte Computer am Schlauch. Für mich persönlich ist die Position des Computers am Handgelenk die genialste.