Flaschengewinde in Tauchflaschen

Das Verwirrspiel um grosskonische Gewinde, kleinkonische Gewinde, DIN, ISO und Euronorm EN-144 und warum man das wissen sollte …

Durch den Plan, mir nun auch noch das letzte Teil einer kompletten Ausrüstung zu erstehen: eine Doppel-7-Flasche, musste ich feststellen, wie verwirrend doch die Angaben sind.

Eigentlich bräuchte man sich mit den Flaschengewinden als „normaler“ Sporttaucher nicht zu beschäftigen, doch in den letzten Zeit häuften sich die Unfälle bei der Befüllung von Tauchflaschen mit kleinkonischen Gewinden, so dass sich nun viele Tauchshops weigern, diese weiterhin zu füllen. Für sie besteht bei der Befüllung Gefahr für Leib und Leben.

Hier werde ich nun versuchen, die unterschiedlichen Flaschengewinde und Begriffe darum zu beschreiben:

Das Flaschengewinde M25x2 ISO
Am oberen Teil des Druckzylinders verjüngt sich die Flasche. Dieses ist der Teil, in den das Ventil eingeschraubt wird. In der Regel, und das ist mittlerweile das gängigste Format, befindet sich genau hier ein Gewinde M25x2 ISO.

Entscheidend nun, ob es sich um ein DIN 477-6-Ausführung 1 oder DIN 477-6-Ausführung 2 handelt oder gar um die neue EN 144-1 handelt sind die folgenden Unterschiede:

  • DIN 477-6 Ausführung 1: Abschrägung im oberen Teil des Flaschengewindes und ein leicht abgeschrägtes Ventil
  • DIN 477-6 Ausführung 2: Abschrägung im oberen Teil des Flaschengewindes und ein plan aufliegendes Ventil
  • EN-144-1: keine Abschrägung im oberen Teil des Flaschengewindes mehr, sondern eine Nut für den O-Ring und ein plan aufliegendes Ventil

Damit der Normen nicht genug, denn ganz neu kommt nun auch noch die EN-144-3 für Nitrox-Flaschen. die einerseits eine höhere Materialreinheit vorschreibt, andererseits ein M26x2 Gewinde mit sich bringt. Die beiden DIN-Normen sind noch bis 2010 zugelassen, aktuell ist die EN-144 (Euronorm).

Das konische Flaschengewinde
Grundsätzlich haben konische Gewinde keinen gleichbleibenden Durchmesser. Bei Flaschenventilen verschlanken sie sich von oben nach unten. Durch diesen Effekt wäre man in der Lage, ein konisches Flaschenventil in ein Standard-Flaschengewinde zu schrauben und dieses durch Teflonband auch entsprechend dicht zu bekommen. Davon ist aber massiv abzuraten. Zum einen kann durch ein zu stark eingedrehtes Ventil das Gewinde beschädigt werden oder sogar platzen, zum anderen fasst das Gewinde nur auf einem sehr kurzen Bereich. Man unterscheidet 2 unterschiedliche Formate:

  • Für kleinkonische 19,8×1/14 Flaschengewinde
  • Für grosskonische 28,8×1/14 Flaschengewinde

Weitere Begriffe, die häufig bei Tauchflaschen auftauchen und zu Verwirrungen führen stehen im Zusammenhang mit dem dem Teil des Flaschenventils, an dem die erste Stufe angeschlossen wird:

Das Gewinde, an dem die erste Stufe eines DIN-Automaten angeschlossen wird, hat das Format G5/8″ (5/8 Zoll). Im deutchsprachigen Raum auf in den größten Teilen Europas ist der DIN-Anschluss der ersten Stufe am meisten verbreitet. INT-Anschlüsse der ersten Stufe kommen aus den USA. Die neuen Flaschen haben heute fast alle den DIN-Anschluss als Grundausstattung, mit einem Adapter, der in den DIN-Anschluss gedreht wird, kann somit jede Flasche auf INT in Sekunden umgebaut werden. Auch für die DIN-1.Stufe gibt es einen entsprechenden Adapter.

Wer also will, dass seine eigenen Tauchflaschen auch in Zukunft noch von den Tauchshops gefüllt werden, sollte auf M25x2 Flaschengewinde mit nichtkonischen Ventilen achten, die der DIN- oder Euronorm entsprechen.

Sicher habe ich das Thema noch nicht vollumfänglich ausgeschöpft. Für Ergänzungen bin ich also immer dankbar.