Cenoten in Mexiko 2016

Warum man ganz schön helle sein muss, um ins Dunkele zu gehen…

Unter der Halbinsel Yucatan in Mexico liegen mehrere weit verzeigte Höhlensysteme in denen schon die Mayas Trinkwasser und spirituelle Energie fanden. Doch die Geschichte der Cenoten ist viel älter und reicht noch bis zur Zeit der letzten Eiszeit und davor zurück. Ich habe schon diverse Wracks betaucht, doch ausser kleineren Höhlen auf Malta hatte ich mich mit dem Höhlentauchen noch nicht viel auseinander gesetzt. Wenn man es genau nimmt taucht man Cavern als zertifizierter Normaltaucher und nicht Cave. Cave-Taucher brauchen ein (technisches) Full Cave Brevet nach TDI. Allerdings bedeutet Cavern auch schon mächtig viel Höhle, denn man taucht bis zu 60m bis zur nächsten Auftauchmöglichkeit in die Höhlen hinein. Da es häufig mehrer Auftauchmöglichkeiten pro Tauchplatz gibt, kommt man mit einem guten Guide (der diese dann auch kennt) schon ziemlich weit.

Weil ich Dirk schon vorher kannte, hatte ich mich mit meinem Wunsch, in Mexiko Cavern tauchen zu gehen, direkt an ihn gewandt. Dirk betreibt die www.cenote-diving.com und bietet vorort in Playa del Carmen einen echten Fullservice an. Diese ging für mich von der Organisation der Abholung in Cancun am Flughafen, über die Buchung des Hotels Casa Ejido und natürlich der Durchführung aller Tauchausflüge inkl. Verpflegung.

Das Casa Ejido ist ein sehr sauberes, ordentliches, kleines Hotel, das mit und ohne Frühstück angeboten wird. Die Räume sind kleine Appartments mit Küche und Sitzecke. Vom Casa bis zur touristischen Meile (5th Avenue) sind es ca. 20 Minuten zu Fuß.

Gefrühstückt haben wir immer gemeinsam auf dem Weg zum Tauchplatz in einer kleinen Tacco-Bar an der Strecke. Und das Essen ist genial, wenn man es morgens herzhaft mag. Es ist alles frisch und sauber zubereitet und die Säfte sind aus echtem Obst selbst gemacht.

Abends habe ich dann häufig auf der touristischen Meile gegessen. Playa del Carmen ist touristisch, besonders für den amerikanischen Markt, extrem gut ausgeprägt und man kann hier alles kaufen, was das Herz begehrt. Aber die Menschen, die man in den unzähligen Bars trifft, sind sehr international und in jedem Alter. Die Atmosphäre ist toll und man kommt mit lauter tollen Menschen ins Gespräch. Gesprochen wird Spanisch und Englisch und mit Hand und Fuss. Eine von den 3 Sprachen klappt immer. Viele sprechen bei Mexiko von Kriminalität und Banditos. In Playa del Carmen habe ich nichts davon gesehen. Sicher gibt es in Mexiko andere Landesteile, bei denen das ein Problem darstellt. Ich habe mich in jeder Minute sicher gefühlt, auch wenn ich nachts zu meinem Hotel zurück gelaufen bin.

 

Hier nun meine Tauchplätze im Schnellüberblick. Eine genauere Beschreibung findet Ihr dann weiter unten:

  1. Tag: Cenote Carwash & Grande Cenote
  2. Tag: Cenote Angelita & Cenote Calavera
  3. Tag: 2 Tauchgänge Cozomel im karibischen Meer
  4. Tag: Cenote Le Pit & Cenote Tak-Bi-Luum
  5. Tag: Cenote Zapote (HellsBells)
  6. Tag: Cenote Dos Ojos
  7. Tag: Casa Cenote & Pet Cementry (aka. Cenote Sac Actun)
  8. Tag: Cenote Dreamgate
  9. Tag: Cenote Donde es Tamos & Cenote Tak-Bi-Ha
  10. Tag: Cenote TajmaHa & Cenote Chak Mool
  11. Tag: Cenote Le Pit & Tak-Bi-Luum
  12. Tag: Cenote ChikenHa & Cenote Ponderosa
  13. Tag: Cenote Dreamgate

Dirk von Cenote-Diving.com versteht sein Handwerk und gibt einem jedesmal eine gute Einweisung. Da die Cenoten alle auf Privatgrundstücken liegen, kosten sie natürlich Eintritt und dürfen nur nach Genehmigung des Eigentümers betaucht werden. Und in Mexiko herrscht das texanische Waffengesetz. Sie dürften ihr Eigentum mit der Schusswaffe verteidigen. Aber Dirk kennt sie alle und daher gibt es keine Probleme.

Getaucht sind wir immer so zwischen 40 und 50 Minuten. Das ist für die Region viel und fair, denn die anderen Tauchbasen tauchen amerikanisch. Und die Amerikaner haben stets nach 20 – 30 Minuten keine Luft mehr. Cenote-Diving macht aber auch eher ein privates Guiding als eine Massenabfertigung. Und daher stimmt auch deshalb die Qualität.

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1. Tag: Abholung war um 07:30h im Hotel. Die erste Cenote hiess Carwash und war meine erste Berührung mit der Höhlenwelt von Yucatan. Die Cenote liegt in der Umgebung von Tulum und die Maya sind also nicht fern. Die Einweisung war super und Dirk versteht sein Handwerk. Die meisten Cenoten, und so auch diese liegen auf Privatgrundstücken. An „Carwash“ fuhren wir einfach rückwärts mit dem amerikanischen Pickup heran. Es gibt dort sanitäre Einrichtungen, obwohl diese sehr abenteuerlich anmuten. Der Einstieg ging über eine hölzerne Plattform. Das Wasser hat ca. 26 Grad und ist kristallklar. Der interessante Teil der Cenote ist meist nicht der sofort offensichtliche. Von dem eigentlichen See/Wasserloch taucht man durch verborgene Öffnungen in den Bereich der eigentlichen Höhlen. Noch immer glasklar liegt hier im Licht der Tauchlampe der eigentliche Schatz aus Tropfsteinen und einem Höhlenverbund von 180km. Nach 45 Minuten in absoluter Dunkelheit tauchten wir wieder auf. Maximale Tauchtiefe war 15m. Den Namen Carwash trägt die Cenote, weil dort früher Auto mit dem Wasser gewaschen wurden.

Der zweite Tauchplatz an diesem Tag war die Grande Cenote. Diese gehört zum gleichen Höhlenverbund wie Carwash und auch hier war die Anfahrt deshalb nicht weit. In dieser Cenote gibt es eine Badeplattform, von der Schwimmer, Schnorchler und Taucher ist Wasser gelangen. Trotzdem muten wir Taucher zwischen den Halbnackten wie Aliens an. Die Trennung zwischen diesen Kleidungsstilen findet aber dann im Wasser statt. Die einen sehen nur einen kleinen Teil des Höhlensystems ein und wir Taucher verschwinden in das Reich der Dunkelheit. Durch Tropfsteinhöhlen gleiten wir lautlos und diszipliniert ohne etwas zu berühren dahin in diesen endlosen Systemen. Der normale Flossenschlag ist hier nicht angebracht, denn er würde zu viel Sediment aufwühlen. Nach einer maximalen Tiefe von 12,5 m und nach 48 Minuten erblicken wir wieder die Dämmerung des Sonnenlicht und die strampelnden Beine der Schwimmerinnen und Schwimmer über uns. Es ist schon ein besonderes Ballett.

Tag 2: Auch der heutige Tauchausflug führt und in die Nähe von Tulum. Auf dem Weg genießen wir das mexikanische Frühstück mit frischen Taccos und frischem Saft. Die erste Cenote Angelita entstand durch ein Trümmerstück des Meteoriten, der für den Niedergang der Dinosaurier zuständig war. Der Einschlag des Trümmerstück hinterließ ein Loch, in dass wir heute tauchen. Grundsätzlich ist diese Cenote nicht spektakulär, wäre nicht die in der Mitte liegende Schuttinsel auf 25 m Tiefe von einem Nebelring umgeben. Hierbei handelt es sich um Schwefelwasserstoff, in dem die Taucher förmlich verschwinden. Die Cenote selbst ist 57m Tief und unter der Schicht in es stockfinster.  Aber so tief sind wir nicht gegangen. Nach 37 Minuten und 32,6m Tiefe waren wir wieder an der Oberfläche.

Unser zweiter Tauchgang an diesem Tag führt uns zur Cenote Calavera. Schön der Einstieg ist spektakulär: ein Sprung vom Rand der Cenote in das 4m tiefer gelegenen Wasser. Richtet man nach dem Abtauchen den Blick zurück erschließt sich einem der Name der Cenote: Calavera heisst übersetzt Totenkopf. Das Licht der Außenwelt scheint dabei durch drei Löcher. In den Höhlen der Cenote gibt es eine Besonderheit: eine Spungschicht zwischen dem kälteren Süsswasser oben und dem wärmeren Salzwasser unter. Die Halocline ist dabei die Schicht, durch die man taucht. Die sonst klare Umwelt verschwimmt und die Schicht wirkt im richtigen Winkel betrachtet wie ein Spiegel oder die Wasseroberfläche. Auch wenn man das Gefühl hat, aufzutauchen, bleibt der Atemregler erst einmal drin. Auf unseren 48 minütigen Weg durch die Höhlen haben wir die Halocline mehrfach durchtaucht. Maximale Tiefe betrug 14,8m. Nach der Rückkehr zum Einstieg war auch die Leiter ein Abenteuer für sich: glatt und mit unterschiedlich hohen Sprossen.

Tag 3: Heute gehen wir im Meer tauchen: Die Insel Cozumel liegt mit der Fähre 40 Minuten von Playa del Carmen entfernt und Dirk bringt uns morgens zur Fähre. Nach 40 Minuten angekommen gehen wir ca. 150 m zum Bootssteg, wo Volker Pohl mit einem amerikanischen Tauchboot auf uns wartet. Nach der Einweisung an Bord bauen wir unsere Geräte zusammen und genießen die Fahrt zum ersten Tauchplätze im Naturschutzgebiet von Cozumel. Tauchplatz 1 heisst Punto Palancar und ist ein Driftdive. In der karibischen Unterwasserwelt kommen wir in der Strömung, die uns mitnimmt, an allen bunten Fischen vorbei und einer Schildkröte. Nach 72 Minuten und einer Maximaltiefe von 23,8 m waren wir wieder an der Oberfläche.

Nach einen reichhaltigen Essen an Bord und einer Oberflächenpause von 1,5h starteten wir an einem zweiten Tauchplatz namens „La Francesca“ unseren zweiten Driftdive. Aufgrund der Strömung tauchten wir diesen rückwärts. Im karibischen Gewässern kamen wir an Schildkröten, einem Hai und einer Muräne vorbei, nebst allen anderen zu erwartenden Meeresbewohnern. Nach 66 Minuten und einer max. Tiefe von 18 m waren wir zurück auf dem Boot. Dieses fuhr uns dann zurück zum Anlegesteg, wo wie uns wieder auf den Weg zur Fähre machten.

Tag 4: heute tauchen wir ein Highlight: die Cenote Le Pit war die Filmkulisse für das Höhlentauchdrama von James Cameron „Sanctum“ . Die meisten Unterwasserszenen wurden hier gedreht. Warum das Filmteam genau hier drehte? Es ist es absolut mystischer Ort. Lichtstrahlen brechen durch das Djungeldach wie Laserstrahlen und definieren einen Lichtpunkt irgendwo unterhalb der 40m-Marke. Der Einstieg erfolgt über eine Holzplattform. Während es im eigentlichen Pit Dämmerlicht hat, ist es unter den Überhängen mit seinen Tropfsteinen stockdunkel. Durch den Lichtstrahl im Pit bekommt man immer wieder einen Anhaltspunkt, wo sich der Ausgang befindet. Nach 45 Minuten und 40m Tiefe war leider dieser Tauchgang beendet. Geniale Atmosphäre! Zitat aus dem Film Sanctum:

In Xanadu schuf Kubla Khan
Ein prunkvolles Vergnügungsschloss.
Wo Alph, der heil’ge Strom, durchfloss,
die tiefen Höhlen, unendlich groß,
hinab zum dunklen Ozean.

Den zweiten Tauchgang machten wir in der Cenote „Tak-Bi-Lum“. Aufgrund unserer Stickstoffaufsättigung wählte Dirk eine Cenote mit max. 8 m Tiefe. Die Einstiegsplattform liegt tief in einer Höhle und die sichtbare Cenote ist flach und fast nicht spektakulär. Allerdings taucht man durch einen verborgenen Zugang in ein Höhlenlabyrinth ab, das abwechslungsreicher und bizzarer nicht sein könnte. Tiefe Höhlen, unterschiedlichste Tropfsteinen, enge Durchgänge und immer wieder Überraschungen hinter der nächsten Kurve. Man erwartet eigentlich das Biest aus Alien in der Dunkelheit. Nach 51 Minuten fanden wir den Ausgang aus dieser bizarren Welt.

Tag 5: Heute machen wir nur einen Tauchgang. Allerdings ist die Cenote Zapote, oder wie die Taucher sie nennen „HellsBells“ schon etwas Besonderes. Diesmal führte uns unser Weg Richtung Cancun, auf dem wir wieder Taccos frühstücken konnten. Danach ging es auf engen Pfaden durch den Djungel. Der Einstieg liegt etwa 9 m tiefer als der Rest des Djungels. Eine Treppe führt aber sicher hinunter. Nachdem man im Wasser ist bietet sich schon an der Wasseroberfläche ein geniales Bild: das kreisrunde Loch hat ca. 3-4 m Durchmesser und rundherum ragen steile Wände empor. Der Abstieg verläuft schnell und auf ca 9m weitet sich der Krater. Auf 35m kommt eine Schicht aus Schwefelsäure, die das Wasser eintrübt. Auf dieser Tiefe hängen tausende von glockenförmigen Tropfsteinen, von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern groß. Hier taucht man mehrere Runden und beginnt dann den sehr kontrollierten Aufstieg. Durch die grosse Tiefe ist die Deko unvermeidlich. Übrigens, alles was man gier fallen lässt, landet auf 51m Tiefe. Nach 48 Minuten und mit einer max. Tauchtiefe von 33,5m waren wir wieder an der Oberfläche.

Tag 6: Unser heutiges Tauchziel ist die Cenotes Dos Ojos, was soviel wie zwei Augen heisst. Gemeint sind die Augen eines Totenkopf, denen die beiden Einstiege ähneln. Die Einstiege gehören zu einem Höhlenverbund mit ca. 80 km Länge. Die Einstiegshöhle wird von der Seite betreten und hat eine Plattform, von der Taucher, Schnorchler und Schwimmer ins Wasser gleiten können. Primär sieht es aus wie ein Pool, aber unter Wasser ist der Einstieg in die Höhlenwelt. Unser erster Tauchgang führt uns durch unzählige Tropfsteinhöhlen und vorbei an einer Barbie-Puppe, die von einem Krokodil gefressen wird. Nach 54 Minuten und mit einer maximalen Tauchtiefe von 7,3 m  waren wir wieder am Ausgangspunkt zurück.

Nach einer kurzen Oberfächenpause von 51 Minuten starteten wir unseren zweiten Tauchgang. Diesmal durch einen anderen Tunnel kamen wir wieder durch unzählige Höhlen und tauchten in einer Fledermaushöhle kurz auf, um uns umzusehen. Danach ging es weiter, bis wir nach 48 Minuten wieder am Ausgangspunkt waren. Maximale Tauchtiefe betrug 9,5m .

Tag 7: Richtung Tulum fahrend beginnen wir heute unseren Tauchgang dort, wo das Sac Actun Höhlensystem im Meer endet: in der Casa Cenote. Hier fließt der unterirdische Fluss ins Meer, woraus sich eine tolle Mischung aus Süß- und Salzwasser ergibt. Und natürlich darf auch die Strömung nicht fehlen. Der Einstieg ist wie eine Lagune umgeben von Mangroven. Die bilden einen Teil des hiesigen Höhlendachs. Unter ihnen ruhen auch die sterblichen  Überreste einer Manty (Seekuh). Gegen die Strömung geht es weiter bis zum Ausgang des Sac Actun Höhlensystem. Hier ist die Störung am stärksten zu spüren. Mit der Strömung und und ohne Kraftaufwand geht es dann zurück Richtung Einstieg. Nach 51 Minuten und mit einer maximalen Tauchtiefe von 7,6m beendeten wir unseren ersten Tauchgang.

Unser zweiter Tauchplätze gehört zum gleichen Höhlensystem Sac Actun: die Cenote Pet Cementry aka. Cenote SacActun. Schon zu Fuss ist diese Cenote ein  malerischer Ort. Die Tropfsteine hängen hier schon oberhalb der Wasseroberfläche und kleine Inseln mit Löchern im Höhlendach ergeben ein mystisches Bild. Die Überreste des mexikanischen DjungleCamps stehen auch hier. Man brach wohl diesen Versuch ab, da sonst die Teilnehmer von den Moskitos gefressen worden wären. Unser Tauchgang startet an einer hölzernen Plattform und führt uns durch unzählige der schönsten Höhlen mit immer schöneren Tropfsteinformationen. Wir schweben durch diese bizarre mystische Welt, die nicht enden will. Hier haben Bereiche den Namen HellsGate und vereinzelt liegen Tierknochen in den Höhlen. Diese Eindrücke sind unbezahlbar und werden es auch lange nach dem Tauchgang Ende  nach 54 Minuten und einer maximalen Tauchtiefe von 8 m sein.

Tag 8: nach einem reichhaltigen Frühstück in einer Tacco-Bar am Strassenrand (wie fast jeden Morgen) führte uns unser Weg heute über einen Waldweg, den nur hochbeinige Geländewagen befahren können zur Cenote Dreamgate für 2 Tauchgänge. Das Loch im Wald, die Cenote, liegt mindestens 5m unter uns. Der Einstieg liegt auf einem kleinen Kegel, der die Cenote fast vollständig ausfüllt. Unser Tauchgang führt uns daher unter den Rand. Den ersten Tauchgang tauchen wir stromaufwärts des unterirdischen Flusses des Sac Actum Höhlensystems. Unzählige traumhaft schöne Tropfsteinhöhlen durchtauchen wir bis wir nach 50 Minuten und 6 m maximale Tauchtiefe wieder das Licht erblicken.Nach nur 30 Minuten Pause beginnen wir stromabwärts wieder an der gleichen Stelle. Diesmal gleicht die Unterwasserlandschaft eher der Mondlandschaft und weißt noch so viele Tropfsteinhöhlen aus. Häufig ist die Welt eher mystisch und bizarr. Es ist auch noch immer still. Die US den Höhlen entweichende Luft hinterlässt manchmal den Eindruck, hier unten fährt eine U-Bahn . Nach 47 Minuten war auch dieser getauchte Rundgang beendet.

Tag 9: heute führt uns unser Weg zum weniger bekannte Cenoten. Beide liegen Richtung Tulum. Die erste Cenote ist „donde es tamos“ und wir haben sie für uns alleine. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der unterirdische Fluß hier mit Strömung zu Tage tritt. Wir betauchen diesen sowohl stromaufwärts, als auch später stromabwärts. Tolle Höhlen und Tropfsteinformationen säumen unseren Weg durch die Finsternis. Die Cenote gehört zum Sac Actun System. Aus dem stromabwärtigen Bereich durften wir gegen die Stömung zurück. Nach 56 Minuten und mit einer maximalen Tauchtiefe von 8m waren wir wieder zurück.

Die zweite Cenote heisst Tak Bi Ha und gehört zum Dos Ochos Höhlenverbund. Hier gibt es nur ein Loch im Djungel und der Einstieg in die Höhle ist schwierig. Ist dieser aber überwunden, findet man eine berauschende Höhlenwelt vor, die zum Teil nur 30cm tief ist. Dos Ochos kann man unter Wasser sehen. Ich hier verlangt das Höhlensystem dem Taucher alles an Tarierung ab. Nach dem Tauchgang gind es wieder beschwerlich in die Oberwelt. Nach 50 Minuten und mit einer Tauchtiefe von 0,3 bis 7,6 m waren wir zurück.

Damit auch das kulturelle Erbe nicht zu kurz kommt, waren wir heute nach dem Tauchen noch in der Maya Stadt Coba mit seinen Pyramiden. Die Pyramide Nohoch Mul haben wir dann auch erfolgreich bestiegen und viele Fotos gemacht.

Tag 10: Der heutige Tauchgang bot zwei neue Cenoten. Das erste Ziel war nach dem Tacco-Frühstück die Cenote TajmaHa. Ha bedeutet immer Wasser. Die Cenote lag interessant gelegen und war infrastrukturell gut erschlossen.  Darin verborgen waren neben unzähligen Höhlen, die ineinander über gingen auch alte Keramik der Maya und Fossile Muscheln.Auch durchtauchten wir wieder mehrmals die Halocline-Schicht zwischen Süss- und Salzwasser. Nach 50 Minuten und 13m Tiefe waren wir wieder an der Oberfläche.

Die zweite Cenote hieß Chac Mool. Dieser Tauchgang besteht aus drei Cenoten, die nacheinander durchtaucht werden.  Immer wieder Tauchen wir tief durch die Halocline um dann die neue Cenote von unten anzusteuern. Auf unserem Weg begegnet uns im streng katholischen Mexico die heilige Madonna. Es waren tolle Höhlen und viele Fotos.

Tag 11: Auf meinen Wunsch hin versuchen wir heute noch einmal „Le Pit“ und schauen somit noch einmal am ehemaligen Drehort der Unterwasserszenen des James Cameron Film „Sanctum“ vorbei. Am heutigen Sonntag war hier leider viel los. Nach dem Abtauchen bot sich uns leider ein Schauspiel der abstoßenden Art. Ein Guide von von den Akumal Dive Center interessierte sich so gar nicht für die Taucher, die sich ihm anvertrauten. Weil die einen Fotos machten und die anderen weiter tauchten, verlor sich die Gruppe von Italienern mehrfach. Von der eher rücksichtslosen Taucherei (Tarierung, Flossenschlag, etc) ganz zu schweigen. Im Pit sind es 40+ m, an einigen Stellen 3 mal so tief. Teile der Gruppe waren so verwirrt, dass sie sich mal eben uns anschlossen. Das hätte ihr Todesurteil sein können, denn hier gehen auch Tec-Diver ins Wasser die auf 120m gehen. Also, die Tauchbasis kann ich nicht empfehlen. Ansonsten war der Tauchgang wieder sehr mystisch und faszinierend. Maximale Tauchtiefe 37m und nach 42 Minuten waren wir wieder oben.

Für unseren zweiten Tauchgang fuhren wir noch einmal die Cenote Tak Bi Luum an. Diesmal entschieden wir uns dafür, die Cenote im Uhrzeigersinn zu betauchen. Tak Bi Luum ist unglaublich gut mit Stalaknieten und Stalaktiten dekoriert und wahnsinnig vielfältig. Zwischenzeitlich wurde von Dirk eine zusätzliche Leine gespannt und wir machten einen Abstecher in eine Höhle, in der wir kurz auftauchen könnten. Danach tauchten wir weiter, vorbei u.a. am Opfertisch. Nach 54 Minuten entspanntem Tauchen waren wir wieder zurück.

Tag 12: Nach der täglichen Anfahrt unserer Frühstücks-Taccobude fahren wir heute zuerst zu der Cenote Chiken Ha. Bereits um 08:44h tauchen wir in diese Cenote ein. Sie weist wenige Stalaktiten und Stalaknieten auf, ist aber durch ihre felsigen und dann wieder wilden Gesteinsformationen sehr interessant zu versuchen. Bisher ist eine Konnektierung zu einem der größeren Höhlensystem nicht bekannt. Aber vielleicht kommt das ja noch und dann werden aus ca. 4 km Höhlensystem ggf. 300 km. Der Einstieg ist jedenfalls sehr gut ausgebaut. Nach 56 Minuten Tauchzeit und 13m maximaler Tauchtiefe waren wir wieder zurück.

Unseren zweiten Tauchgang machen wir an diesem Tag in der Cenote Ponderosa. Diese Cenote ist nicht nur hervorragend geeignet für Ausbildungstauchgänge von FullCaveDivern, sie bietet auch für das Auge viel. Und damit sind nicht die halbnackten Touristinnen gemeint, die in einem anderen Bereich der Cenote schwimmen. In der Cenote Ponderosa startend müssen wir uns erst einmal eine Führungsleine zur Hauptleine legen. Diese wurde tief gesetzt um zu vermeiden, dass Schnorchler versuchen, ihr zu folgen. Das wäre ihr sicherer Tot. Wir können ihr folgen und gelangen nach wenigen Minuten zur Cenote Rainbow1. Weiter tauchen wir durch massive Haloclines, den Schichten zwischen warmen Salzwasser unten und kaltem Süsswasser oben. So erreichen wir die Cenote Rainbow2 mit dem mystischen Lichtspiel. Unsere Runde setzen wir fort, bis wir nach 59 Minuten und mit einer maximalen Tauchtiefe von 16 m wieder die Cenote Ponderosa erreichen.

Tag 13: Heute ist der letzte Tauchgang in diesem Urlaub. Daher fahren wir nach unserem Frühstücks-Taccos früh zur Cenote Dreamgate. Als erster an der Cenote zahlt sich immer aus. Aber über die anderen Taucher, die man so trifft, sprechen wir später noch. Als wir um 09:06h ins Wasser steigen, kommen weitere Fahrzeuge mit Tauchern an. Zuerst versuchen wir die Cenote Dreamgate stromaufwärts. Vorbei an den tollsten Höhlen Formationen mit Stalaknieten und Stalaktiten lassen wir uns ungestört durch die Unendlichkeit treiben. Besonders tief gehen wir dabei nicht, denn maximal 7m sind hier nur zu erreichen. Allerdings fühlt es sich unter den Tonnen von Gestein tiefer an. Mal sind die Höhlen hoch und weit, dass man einen LKW dort parken könnte, mal ist es gerade gross genug für einen Taucher. Nach 55 Minuten waren wir wieder am Ausgangspunkt und es waren noch mehr Taucher angekommen.

Den zweiten Tauchgang in der Cenote Dreamgate machen wir stromabwärts. Hier ist die Dekoration geringer. Heute herrscht auch keine merkliche Strömung. Ganz entspannt tauchen wir dahin und genießen wieder die Ruhe, denn hier taucht niemand sonst. Irgendwann kommen wir an einem Notausstieg vorbei, bei dem eine einsame Aluleiter ins Wasser ragt und ihren Ursprung sicher in einem Loch in der Höhlendecke hat. An solchen Plätzen wird man daran erinnert, dass wir zwar nur 6 Meter Tauchtiefe erreichen, aber über uns nur Gestein und Djungel ist. Einfach mal auftauchen wir im Meer geht hier nur an bestimmten Plätzen. Nach 48 Minuten Tauchzeit kamen wir wieder zurück. Gerade noch rechtzeitig, bevor die anderen Taucher ins Wasser gingen.

Mexiko Cenote Dreamgate 2016 from Christoph Müller on Vimeo.

Cenote "Le Pit" from Christoph Müller on Vimeo.